Alice Schwarzer: Ja zur Verhüllungsinitiative

Samstag, 06.02.2020, Interview in der FDP Hauszeitung Nzz:

Frau Schwarzer, bekannteste deutsche Frauenrechtlerin, lässt sich Interviewen. Hammerschweizer zeigt Auszüge davon.

Fragesteller: In der Schweiz stimmen wir in einem Monat über eine Volksinitiative ab, die ein Verhüllungsverbot auf Verfassungsebene fordert. Würden Sie zustimmen?

Ja.

Weshalb?

Lassen Sie es mich so sagen: Die Vollverhüllung eines Menschen gehört nicht in eine Demokratie. Es ist schon bedrückend genug, dass Millionen Frauen in den sogenannten Gottesstaaten unter den Schleier gezwungen werden. Der Koran schreibt das übrigens nicht vor. Diese Tatsache haben auch die höchsten islamischen Geistlichen längst bestätigt. Begründet wird der traditionelle und vom Siegeszug der Islamisten neu befeuerte Verschleierungszwang damit, dass Haar und Körper einer Frau "Sünde" seien. Nur der eigene Mann soll seine Frau sehen; alle anderen Männer würden dadurch gereizt.

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Kann es aus feministischer Sicht nicht so etwas wie selbstbestimmte Verschleierung geben?

Hier sagt Frau Schwarzer klipp und klar, dass laut der Scharia Frauen Unmündige seien. "Jede Frau, die die Burka oder den Nikab freiwillig trägt, bestätigt also ihre Rechtlosigkeit", so Frau Schwarzer. Weiter: "Der Verschleierungszwang ist immer verbunden mit der Scharia, nach der Frauen rechtlose Unmündige sind und Männer das Gewaltmonopol über Frauen und Kinder haben sowie über alle "Ungläubigen"

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Fragesteller: Ja, aber Sie werfen der Linken vor, bei jeder Kritik am Islamismus reflexhaft "Rassismus" zu rufen.

Frau Schwarzer sagt, das sei ein alter Trick der Islamisten, die Teile der Linken solide unterwandert hätten. "Sie diffamieren jegliche Kritik am politischen Islam als angebliche Kritik am Islam, dem Glauben. Eine französische Kollegin habe kürzlich in der "Emma" geschrieben, wir linken Islamismuskritiker müssten, wenn wir die Wahrheit sagen wollten, den Mut haben, uns von den selbsternannten Antirassisten als rechts und islamophob diffamieren zu lassen.

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Fragesteller: Weil sie Angst haben, als Rassisten beschimpft zu werden?

Frau Schwarzer erzählt, wie sie auf einer Konferenz in Frankfurt rausging zu den Protestierenden, um mit ihnen zu diskutieren. Sie sei nur mit Gebrüll empfangen worden. Als sie versucht habe, ein Gespräch mit einer jungen Muslimin zu führen, und dabei ihr an den Ellenbogen tippte, hätte dies geschrien: "Fassen Sie mich nicht an! Ich rufe die Polizei! Ich zeige Sie an!" Im Internet sei ihr danach das Wort im Munde umgedreht worden! Das sei billigste Manipulation und Provokation. "Das sind so die Methoden dieser Leute".

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Haammerschweizer seit 06.02.2021